Berechnung einer neuen Skala bei Änderung der Betriebsbedingungnen oder des Mediums
Damit ein konisches Rohr mit einem Schwebekörper als Durchflussmessgerät verwendet werden kann, muss das
Gerät zunächst kalibriert werden.
Die Kalibrierung erfolgt üblicherweise auf einem Prüfstand durch
Vergleichsmessung mit anderen, genaueren Messgeräten; alternativ durch auswiegen oder auslitern der pro Zeiteinheit
durchgeflossenen Menge an Fluid.
Die für verschiedene Höhen des Schwebekörperstandes ermittelten Durchflusswerte (Skala) gilt nur für das
bei der Kalibrierung verwendete Fluid bei den dabei vorhandenen Betriebsbedingungen.
Sollen die Geräte für andere Fluide (mit andere Dichte und Viskosität) oder andere Betriebsbedingungen
(Druck und Temperatur) eingesetzt werden, so muss eine neue Kalibrierung erfolgen.
Die Untersuchungen von G. Ruppel und K.-J. Umpfenbach haben gezeigt, dass es auch möglich ist eine
vorhandene Skala auf andere Fluide und/oder Betriebsbedingungen umzurechnen.
Auf dieser Basis haben die verschiedenen Hersteller Berechnungsroutinen ermittelt, die dann in der
VDI 3513 Blatt 1 vereinheitlicht wurden.
Beispiel zur Umrechnung einer Skala
Die Berechnungen erfolgen mit Beispielwerten.
Anpassung an ihren Schwebekörper Durchflussmesser.
Alle Werte für den Schwebekörper, Messstoff 1 (alte Skala) und Messstoff 2 (neue Skala) können Sie durch ihre Werte
ersetzen und die dazugehörigen Ruppel-Zahlen (Ru) errechnen lassen.
Mit den Ruppel-Zahlen können sie aus ihrem Kennlinienblatt die jeweiligen α-Werte ermitteln.
Nach Eintragen der α-Werte in die Tabelle, werden damit ihre Durchflusswerte [l/h] für die
verschiedenen Schwebekörperpositionen errrechnet.
Als Bezug zu den errechneten Durchflusswerte ist das Durchmesserverhältnis (δ) nach DIN aus
der Kennlinienkurve vorgesehen.
Sie können als Bezug auch eventuell andere vom Hersteller angegebene Werte für die Höhe des
Schwebekörperstandes eintragen.
Bsp.: [mm], [%], [m-Wert], [l/h alte Skala]
Schwebekörper / Messstoff Eingabe
Berechnung Qv zu den abgelesenen α-Werten
Kennlinie oder Tabelle
Hersteller ermitteln durch Versuche für jede Kombination aus Messrohr und Schwebekörper sowie
für verschiedene Messstoffe, wie die Ruppel-Zahl (Ru) von der Durchflusskennzahl (α) bei
unterschiedlichen Durchmesserverhältnissen (δ) abhängt.
Die Ergebnisse werden in Kennlinienblättern oder Tabellen dokumentiert.
Einige Hersteller liefern diese Kennlinien oder Tabellen direkt mit dem Durchflussmesser aus.
Damit können Kunden die für die Berechnung einer neuen Skala notwendigen α-Werte ablesen,
passend zur berechneten Ruppel-Zahl und bei verschiedenen Durchmesserverhältnissen (δ).
Der Ringspalt zwischen Schwebekörper und Messkonus ist entscheidend für den Durchfluss:
Je höher der Schwebekörper steigt, desto größer wird der Ringspalt.
Das Durchmesserverhältnis δ wird als dimensionslose Zahl aus dem Höhenstand des Schwebekörpers
berechnet und im Kennlinienblatt dargestellt:

D= Durchmesser Schwebekörper [mm]
Das Durchmesserverhältnis wird vom Hersteller einer mm-Skala, einer %-Skala oder einer bestehenden Skala zugeordnet. Manche Hersteller verwenden statt des Durchmesserverhältnis, das Öffnungsverhältnis (δ-1) als Maß für den Stand des Schwebekörpers.

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Autor dieses Artikels:
Harald Peters – Fachautor für Durchflussmesstechnik.